czwartek, 8 stycznia 2015

Fwd: Pressefreiheit erlebt ihren 11. September


---------- Forwarded message ----------
From: Handelsblatt Morning Briefing <Handelsblatt-MorningBriefing@kompakt.handelsblatt-service.com>
Date: 2015-01-08 6:16 GMT+01:00
Subject: Pressefreiheit erlebt ihren 11. September
To: pascal.alter@gmail.com


Hier geht es zur Smartphone-Version.

Falls Sie unsere E-Mail nicht oder nur teilweise lesen können, klicken Sie bitte hier.
 Home  Kontakt
szmtag
Donnerstag, 08. Januar 2015
Guten Morgen Herr Alter,
zweimal versuchten islamische Terroristen, Kurt Westergaard umzubringen, dessen Mohammed-Zeichnung den dänischen Karikaturenstreit entfacht hatte. In ihrer Festrede bei der Verleihung des europäischen Medienpreises an Westergaard sagte Angela Merkel 2010: "Europa ist ein Ort, an dem ein Zeichner so etwas darf."

Die Kanzlerin wurde gestern auf grausame Weise widerlegt. Europa ist nicht länger ein Ort, an dem ein Karikaturist "so etwas" karikieren und ein Verleger "so etwas" verlegen darf. Das europaweit verbriefte Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit, im deutschen Grundgesetz sogar mit einer Ewigkeitsgarantie ausgestattet, wurde gestern auf kaltblütige Art suspendiert. In der laufenden Redaktionssitzung mähten islamische Terroristen Mitarbeiter der Pariser Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" nieder. Die westliche Pressefreiheit erlebte gestern ihren 11. September.

Einsamkeitsgefühle kommen auf. Die bittere Erkenntnis des gestrigen Anschlags lautet: Die Pressefreiheit kann von keinem Parlament, keinem Sicherheitsapparat, nicht von der Kanzlerin und nicht vom Präsidenten der französischen Republik garantiert werden. Es gibt für die Pressefreiheit nur ein Garantieren durch Praktizieren. Das publizistische Restrisiko bleibt. Es kann auch nicht von der EZB in die Bücher genommen werden. Das eben unterscheidet uns von den Bankern: Risiko und Verantwortung bleiben in unserem Fall gekoppelt.

Zwei Gefahren lauern, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit auf dieselbe abschüssige Bahn führen: Die Kultur der publizistischen Verzagtheit und die Lust am Zurückschlagen.

Die Extreme aller Länder sind heute Morgen in Empörung vereint. Munter wird das Abendland gegen das Morgenland, der Islam gegen das Christentum, das Fremde gegen das Bekannte in Stellung gebracht. Man könnte meinen, Pegida, Front National und die Salafisten arbeiten in derselben Munitionsfabrik. Ihr Ziel: Der religiöse Kulturkampf, ein Re-Import aus dem Mittelalter, soll auf den Marktplätzen des 21. Jahrhunderts ausgetragen werden.

Doch die Pressefreiheit wird nicht mit der Kalaschnikow verteidigt. Wir dürfen nicht zurückhassen. Die Kriegserklärung, die uns islamische Extremisten zur Unterschrift vorlegen, muss unsigniert bleiben. Journalistische Unabhängigkeit verbietet den Vergeltungsschlag. Eine Zeitungsredaktion ist eben nicht die Fortsetzung des Kulturkampfes mit publizistischen Mitteln.

Die andere Gefahr ist das Angsthaben und das Flüchten in die Fabelwelt der Political Correctness. Ein Journalist, der Probleme, auch solche der Ausländerintegration und der Zuwanderer-Kriminalität, nicht mehr Probleme nennt, der mit getönter Brille die Wirklichkeit bereist, macht sich selbst überflüssig. Unsere Rolle im großen Gerichtssaal des Lebens ist so vielfältig wie eindeutig: Wir sind manchmal Ankläger und manchmal Richter. Aber immer sind wir Zeuge.

Und manchmal sind wir leider auch Opfer. Wir trauern um Chefredakteur Stéphane Charbonnier und seine Mitarbeiter, die für die Pressefreiheit ihr Leben gelassen haben. Sie wussten, was sie taten. Und wir wissen es heute Morgen auch. Es klingt pathetisch und ist doch nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit: Ihr Tod ist unsere Verpflichtung.

Ich wünsche uns allen einen nachdenklichen Start in den Tag. Herzlichst Ihr

Gabor Steingart
Herausgeber


131209_MBN_ePaper-LIVE_mod_01.jpg
http://live.handelsblatt.com/contentexport/feed/issue/v_coverimage/?format=format2027
http://www.handelsblatt.com/images/handelsblatt-epaper-wie-gedruckt-nur-schneller-/7067878/479-format231.jpg
intro-hb-epaper.gif
Digitalpass_Editorial.jpg
Header_Handelsblatt_com.png
LESERFAVORITEN
1. PEGIDA UND DIE FOLGEN
Alice Schwarzer zeigt Verständnis für Anti-Islam-Demos
 Facebook
2. ÖLPREISE SINKEN
Preis für Sorte Brent fällt unter 50 Dollar
 Facebook
3. MILLIONENKOSTEN
Banken fürchten das Aus für Kundenkreditkarten
 Facebook
4. TRENDS VON DER CES
Verführung im Wohnzimmer
 Facebook
5. DEVISEN.
Auf welche Währung Sie 2015 setzen sollten
 Facebook
trenner_white.gif
trenner_anzeige_weiss.png
01_BreakingAd_Next_Energy.jpg
Header_Boersenberichte.png
DAX-AUSBLICK
Welche Richtung schlägt der Dax ein?
Wie reagiert der Dax auf die Vorgaben aus Asien und Amerika? Unsere mehrfach aktualisierten Börsenberichte aus Frankfurt und von anderen wichtigen Finanzmärkten geben Ihnen einen Überblick über die Börsenentwicklung. Lesen Sie hier weiter
BÖRSE TOKIO
Asiatischer Aktienmarkt legt deutlich zu
Die Anleger in Japan können etwas entspannen: Die asiatischen Märkte legen - angeregt durch Kursgewinne in Europa und an der Wall Street - kräftig zu. Zu den Gewinnern gehören Toyota Motor und Honda Motor. Lesen Sie hier weiter
BÖRSE NEW YORK
Dow Jones zeigt sich in guter Form
Dem amerikanischen Arbeitsmarkt geht es gut - und das freut auch die Anleger: Die US-Indizes können deutlich zulegen. Vor allem die Tochter eines deutschen Großkonzerns liegt im Fokus der Wall-Street-Händler. Lesen Sie hier weiter
Stoerer_MB_Global_Edition.jpg
Header_Moneymeets.png
IN KOOPERATION MIT HANDELSBLATT
Harte Ziele sind besser als weiche Vorsätze
08012014_Money.jpg
Das neue Jahr hat begonnen - für viele von uns mit einer ganzen Reihe von guten Vorsätzen. Doch gut sind diese nur dann, wenn Sie konkret gefasst und realistisch erreichbar sind und ein festes Datum für die Umsetzung haben. Wenig zielführend sind Vorsätze wie: "Ich möchte mich finanziell verbessern." Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Vorsatz bis Ende 2015 tatsächlich umgesetzt wird, ist nahe null.

Besser ist da ein Ziel wie: "Ich möchte die Kosten meiner Vermögensanlage bis zum 31. Januar um ein Prozent reduzieren." Dazu kann man gleich die Kosten unterschiedlicher Banken vergleichen. Durch vollständigen oder teilweisen Verzicht auf Depotgebühren, Ausgabeaufschläge und Innenprovisionen bei Fonds, lässt sich leicht ein Prozent pro Jahr sparen - fast ohne Aufwand. Einen Kostenvergleich für Ihr persönliches Portfolio können Sie hier durchführen.

Auf moneymeets.com definieren Kunden ihre Finanzziele, senken die Kosten ihrer bestehenden Finanzprodukte und gewinnen den Überblick über ihre Konten, Depots und Versicherungen. Mehr Infos auf www.moneymeets.com.
trenner_anzeige.jpg
01_BreakingAd_AR_Generationenuebergang.jpg
trenner.png
Header_Wirtschaft_Abend.jpg
08012015_WirtschaftAbend.png
DIE AKTE REGENSBURGER DOMSPATZEN
Sünden an den Sängerknaben
Tagesschau24, Dokumentation
Donnerstag, 08.01.2015, 20:15 - 21:00 Uhr

Nachrichten über systematischen Kindesmissbrauch im berühmtesten Chor der katholischen Kirche erschütterten 2010 die Öffentlichkeit. Die Kirche versprach Aufklärung, Transparenz und unbürokratische Hilfe für die Betroffenen. Im November 2014 legte das Bistum Regensburg einen Tätigkeitsbericht vor: Ist die Affäre damit aufgearbeitet? Lesen Sie hier weiter
Header_Schlussstrich.jpg
08012015_Kari.jpg
Stoerer_Morning_Briefing_App.jpg
Fügen Sie bitte die E-Mail-Adresse news@kompakt.handelsblatt-service.com Ihrem Adressbuch oder der Liste sicherer Absender hinzu. Dadurch stellen Sie sicher, dass unsere Mail Sie auch in Zukunft erreicht.

Dieser Newsletter wurde an pascal.alter@gmail.com gesendet. 
(....)
Autor des Morning Briefing-Editorials: Gabor Steingart
Verantwortlicher im Sinne des § 55 Abs. 2 RStV: Stefan Schneider
Handelsblatt GmbH, Kasernenstr. 67, 40213 Düsseldorf
Geschäftsführung: Gabor Steingart (Vorsitzender), Frank Dopheide, Claudia Michalski, Ingo Rieper
AG Düsseldorf HRB 38183, UID: DE 812813090
Verantwortlich für die Anzeigen: iq digital media marketing gmbh, Kasernenstraße 67, 40213 Düsseldorf, Internet: www.iqdigital.de
01_Skyscraper_Statoil_Energiewende.jpg

Brak komentarzy: